Gregor Babel hat sich im Rahmen der Facharbeit in seinem Biologie-Leistungskurs (12) bei Herrn Börner zusammen mit sechs weiteren Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Konz und des Angela-Merici-Gymnasiums auf den Weg gemacht, um die Ruwer auf das Vorkommen verschiedener Fischarten zu untersuchen.
Dabei kam ein modernes molekularbiologisches Verfahren zur Biodiversitätsforschung zum Einsatz, das eDNA-Metabarcoding. Im Verlauf dieses Verfahrens wird nicht-invasiv – lediglich durch die Entnahme von Wasserproben – die darin enthaltene Umwelt-DNA (eDNA) zunächst extrahiert, anschließend durch mehrere Zwischenschritte vervielfältigt (amplifiziert), gereinigt (purifiziert) und abschließend sequenziert.
Angeleitet wurden die sieben Schülerinnen und Schüler von Herrn Jürgen Kopp, der dieses dreitägige Schulprojekt an der Universität Trier entwickelt und als neues Angebot im Lehr-Lern-Labor (BioGeoLab, Campus I) implementiert hat. Unterstützt wurde Herr Kopp während der Fastnachtstage von den Biologie-Leistungskurslehrern Mark Greweldinger (AMG) und Guido Börner (MPG).
Im Zuge des Laborpraktikums wurde eine detaillierte Übersicht über die am betreffenden Probenentnahmestandort der Ruwer nachweisbare Artenvielfalt der Knochenfische erstellt – eine höchst beeindruckende Leistung für ein Schulprojekt der Sekundarstufe II.
Die Ergebnisse des eDNA-Metabarcodings am Unterlauf der Ruwer spiegeln ein erwartetes naturnahes Knochenfisch-Artenspektrum wider, was auf eine gute ökologische Qualität des Fließgewässers hinweist. Zu den nachgewiesenen Knochenfischarten zählen unter anderem Rheingroppe, Elritze, Bachforelle, Döbel, Bachschmerle und Gründling (Leitarten).
Die einheimischen Arten werden außer durch veränderte Umweltbedingungen auch durch eingeschleppte und sich stark vermehrende invasive Arten bedroht. Als invasive Art wurde die aus dem Schwarzmeergebiet stammende Schwarzmundgrundel nachgewiesen. Sie verdrängt einheimische Fischarten, indem sie deren Eier und Jungfische frisst, so Nahrungsnetze stört und dadurch ökologische sowie wirtschaftliche Schäden verursacht.
Darüber hinaus deuten die Ergebnisse auf anthropogen bedingte Einträge von eDNA hin: So wurde der Atlantische Hering nachgewiesen, was zunächst überrascht, da es sich um eine marine Knochenfischart handelt. Fischfuttermittel – wie sie beispielsweise in Forellenzuchtbetrieben zum Einsatz kommen, die auch an der Ruwer betrieben werden – enthalten typischerweise Fisch und Fischnebenerzeugnisse, wobei der Atlantische Hering als Rohmaterial eine bedeutende Rolle spielt.
Wer an einem ausführlichen Ergebnisbericht (ausführliche Artenliste) des betreffenden eDNA-Metabarcodings an der Ruwer interessiert ist, kann sich gerne an Herrn Kopp wenden: koppJ@uni-trier.de.




