In einer Zeit, in der kaum noch Zeitzeugen leben, bemüht sich das MPG verstärkt darum, das Gedenken an den die Opfer des Holocausts wachzuhalten:


1. "Internationaler Holocaust-Gedenktag" :

Aus Anlass des "International Holocaust Remembrance Day" besuchen die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen jährlich die Kinoaufführung eines Spielfilmes. So soll ihnen ein anschaulicher und emotionaler Zugang zu dieser Thematik als Ergänzung zum Unterricht gewährt werden. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler auf diese seit 2017 durchgeführten Veranstaltungeen waren sehr positiv und haben dazu aufgefordert, dass Angebot auch in den nächsten Jahren anzubieten. Der Holocaust-Gedenktag ist von den Vereinten Nationen anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 eingeführt worden und wird in Deutschland als "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" bereits seit 1996 begangen.


2. Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz:
Auf Einladung der luxemburgischen Organisation „Témoins de la 2ème Génération“, die von dem ehemaligen Luxemburger Verteidigungs- und Umweltminister Charles Goerens gegründet wurde, können Schülerinnen und Schüler der 10. - 12. Jahrgangsstufen jeden Herbst mit Jugendlichen von Luxemburger Schulen an einer Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau teilnehmen. Diese Veranstaltung hat sich der Erinnerung an die Opfer der Shoa verschrieben. Die Reise ist anstrenend, sehr informativ und z. T. emotional bewegend. Besichtigt werden die Konzentrationslager Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau. Die Führung durch Krakau folgt den Dreharten des Spielfilms "Schundlers Liste". Bisher konnten die Teilnehmer sich dabei in zwei langen Zeitzeugengesprächen mit Holocaust-Überlebenden unterhalten. Zudem werden viele Workshops angeboten. Wer Interesse hat mitzufahren, kann sich bei Herrn Kornmüller melden. Die Teilnehmerzahl ist auf 5 Schülerinnen und Schüler begrenzt. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass das MPG als einzige Schule aus Deutschland zu dieser Studienreise eingeladen wird. Einen Eindruck der Studienreise gibt es hier.


3. Aufarbeitung der Schulgeschichte:
Schülerinnen und Schüler haben sich zuletzt in Facharbeiten verstärkt mit der Vergangenheit unserer Schule beschäftigt. Dieses soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Dabei haben sie die Biografien jener ehemaligen MPG-Schüler zusammengetragen, die im Holocaust ermordet oder aus den Todeslagern am Kriegsende befreit worden sind. Weitere Facharbeiten beschäftigten sich mit ins Ausland geflüchteten ehemaligen jüdischen MPG-Schülern. Auch zur Tätergeschichte von Ex-Abiturienten, die als Kriegsverbrecher oder Massenmörder angeklagt worden sind, haben die Jugendlichen geforscht.

Insgesamt ist die jüdische Vergangenheit unserer Schule der Schulgemeinschaft bisher weitgehend unbekannt: "In der Zeit von 1882 bis 1922 werden konstant ca. 40 jüdische Schüler am MPG unterrichtet. Damit ist das MPG die bedeutendste höhere Schule für jüdische Schüler in Trier", urteilt der Konzer Lehrer und Historiker Willi Körtels in seiner grundlegenden Untersuchung "Jüdische Schülerinnen und Schüler an höheren Schulen der Region Trier". Am MPG lag der Anteil jüdischer Abiturienten bei etwa 3,7 % der gesamten Schülerschaft - also deutlich höher als es ihrem Bevölkerungsanteil entsprach. In den Jahren 1905 bis 1930 erwarben jüdische Schüler "ausschließlich am MPG und HGT die Hochschulreife". Zudem unterrichteten die Trierer Oberrabbiner Dr. Jacob Hollander (1879 - 1880), Dr. Moses Samuel Zuckermandel (1881 - 1890), Dr. Jacob Baßfreund (1891-1918) und Dr. Adolf Altmann (1920-1938, 1944 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet) als jüdische Religionslehrer hier. 


4. Verlegung von "Stoplersteinen":
Vor dem MPG wurde bsiher nur für den im Konzentrationslager Auschwitz emordeten Osloer Rabbiner Isaak Julius Samuel, der von 1915 - 1922 unsere Schule besucht hat, ein "Stolperstein" verlegt. Nun soll als Resulat der Aufarbeitung der Schulgeschichte zeitnah eine neue Verlegung zum Gedenken an adie ehemaligen MPG-Schüler durchgeführt werden, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Es werden nach heutigem Stand rund vierzig Steine werden, die wir 2019 in der Sichelstraße und 2020 gemeinsam mit dem HGT in der Böhmerstraße verlegen lassen werden. Die "Stolpersteine" sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Inzwischen gibt es über 70.000 Stolpersteine, sie sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt.