Das Fach ETHIK wird am MPG von der 5. bis zur 10. Klasse angeboten sowie in der gesamten Oberstufe.
Es ist ein Wahlpflichtfach, das belegt werden muss, wenn man das Fach Religion aus Gewissensgründen ablehnt (- wohlgemerkt: aus „Gewissensgründen“ und nicht aus notentaktischen Erwägungen!).
Das Fach ETHIK vermittelt Werte, praktische Einstellungen zum Leben sowie die Fähigkeit zum kritischen Selbstdenken und verantwortungsvollen Handeln inmitten einer pluralen und modernen Gesellschaft.

 

Das Fach PHILOSOPHIE kann (unter bestimmten Bedingungen der Fächerkombinationen in der Oberstufe) sowohl „verpflichtend“ als auch „freiwillig-zusätzlich“ gewählt werden.

Eine der ältesten Beschreibungen dessen, was PHILOSOPHIE sein soll, die klassische Definition von Sokrates, besagt:

„PHILOSOPHIE sei das methodische Nachdenken über alles, was ist.“

Wer z.B. verstehen will, warum gerade die Fächer, die am MPG verbindlich unterrichtet werden, für eine Allgemeinbildung unverzichtbar sind, philosophiert schon über den Zusammenhang des so genannten „Kosmos“, d.h. über den Sinn des Ganzen (dessen, was ist).

Schüler/innen, die das Fach Philosophie wählen, sollten drei Fähigkeiten mitbringen:

  • Sie sollten sich von zunächst schwierig zu verstehenden Texten nicht abschrecken lassen.
  • Sie sollten große Freude am mitunter auch kontroversen Diskutieren haben.
  • Sie sollten eine Bereitschaft mitbringen, sich selber schriftlich ausdrücken zu lernen.

Wichtig philosophische Disziplinen, in deren Bedeutung im Laufe des Unterrichts eingeführt werden wird, sind:
Metaphysik, Ontologie, Epistemologie, Ästhetik, Ethik, Anthropologie, Religionskritik, Staatslehre, Soziologie, Psychologie, Sprachphilosophie, u.s.w.
  
Als ein Gymnasium mit einem „naturwissenschaftlichen Schwerpunkt“ werden wir vor allem die Philosophie des Neukantianismus (Ernst Cassirer und Hermann Cohen) kennenlernen sowie das philosophische Konzept des Positivismus (früher Wittgenstein, Carnap) und das sprachphilosophische Gegenkonzept des späten Wittgenstein sowie Positionen von Carl Friedrich von Weizsäcker. Die griechischen Vorsokratiker, Sokrates, Platon und Aristoteles zu kennen, ist unabdingbar. Texte von Augustinus, Anselm von Canterbury, Thomas von Aquin bis hin zu Nikolaus von Kues gehören zum Standardwissen. Descartes und Kant bilden einen Schwerpunkt, um dann über Rousseau und Hobbes hin zu Karl Marx und Nietzsche zu kommen. Peter Wust, Camus, Sartre und Heidegger sowie Günther Anders ebnen den Weg in die Gegenwart, wo neben eigenen Positionen vor allem Hans Blumenberg, Peter Sloterdijk, Slavoj Zizek und Thomas Nagel eine Rolle spielen.
Unter den wenigen, bedeutenden Frauen in der Philosophiegeschichte werden besonders Diotima, Simone Weil, Hannah Arendt, Susanne Langer, Susan Sonntag und Martha Nussbaum im Unterricht thematisiert. Ansonst sind wir frei, jederzeit auch andere Schwerpunkte zu setzten. 

Das Fach PHILOSOHIE wird nur als Grundkurs mit zwei oder drei Wochenstunden in der Oberstufe (je nach Kursstärke) angeboten. Es muss durchgängig von der 11. bis zur 13. Jahrgangsstufe belegt werden.

Nach Meinung des deutsch-amerikanischen Sprachphilosophen Thomas Nagel ist PHILOSOPHIE keine Lehre, sondern „man philosophiert einzig, indem man fragt, argumentiert, bestimmte Gedanken ausprobiert und mögliche Argumente gegen sie erwägt, und darüber nachdenkt, wie unsere Begriffe wirklich beschaffen sind“ (Th. Nagel: Eine kurze Einführung in die Philosophie, Vorwort).

In diesem Sinne, viel Spaß beim Denken!