Jens Kornmüller, 21. 02. 2018

Klaus Michael Nix ist zurück am MPG - in der Rolle des Deutschlehrers Klamm. Der ist außer sich und lässt seinem Unmut vor seinem Deutsch-LK freien Lauf. Denn die Schülerinnen und Schüler haben ihm einen Brief geschrieben, in dem sie ihm symbolisch den "Krieg erklären" und ankündigen, die Mitarbeit im Unterricht einzustellen. Was ist vorgefallen? Klamm hatte dem Schüler Sascha einen Punkt weniger gegeben, als dieser zum Bestehen des Abiturs brauchte - und Sascha hat sich daraufhin das Leben genommen. Klaus-Michael Nix brilliert in der Rolle des einstmals idealistischen, inzwischen aber desillusionierten Pädagogen, der im Laufe der Auseinandersetzung mit den Schülern aus der Rolle fällt. Der besondere Reiz des Ein-Personen-Stücks über Macht und Ohnmacht im Klassenzimmer besteht darin, dass der Klassenraum zur Theaterbühne wird und die zuschauenden Schüler des Deutsch-Grundkurs (11) die Rolle der rebellierenden Klamm-Schüler einnehmen: ein fulminantes und sehr unmittelbares Theatererlebnis. Klaus-Michael Nix wird Kai Hensels Monolog, der 2002 mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde, noch vor zwei weiteren Klassen des MPG spielen, nachdem er im letzten Schuljahr schon vor zwölf Klassen und Kursen aufgetreten war.