Es war der Trierer OB Wilhelm Haw persönlich, von dem die Initiative zur Gründung einer "Knaben-Bürgerschule für die Stadt Trier" ausging. Eine solche Institution entsprach den Wünschen des Bürgertums nach einer Schule, die - anders als das bereits bestehende Gymnasium - nicht künftige Gelehrte und Geistliche ausbildete, sondern künftigen Gewerbetreibenden und Geschäftsleuten das notwendige praktische Wissen vermittelte. Der Stadt fehlten die finanziellen Mittel zu einer städtischen Anstalt, so daß sie dem Anliegen des Bürgertums "einstweilen" in der Form eines Privatunternehmens Rechnung tragen wollte. 


Haw trat also mit seinem Anliegen an einen erfahrenen Privatschullehrer namens Johann Matthias Fischer heran und forderte ihn zur Gründung einer solchen Schule auf. Fischer entwarf - in Abstimmung mit Haw - Zweck, Lerninhalte und "allgemeine Schulbedingnisse" für die geplante Anstalt und veröffentlichte nach Genehmigung durch die preußische Regierung im Dezember 1821 einen "Prospectus" (s. Bild). In einem Begleitschreiben appellierte Haw an die finanzielle Mitwirkung der Eltern (das Schulgeld betrug 6 Taler für den Quartalkurs im Winter und 5 Taler im Sommer!), der Stiftungen und Vereine und sagte dafür zu, daß die Stadt Religionsunterricht und Anleitung zu Sittlichkeit sowie Aufsicht über das Benehmen der Schüler auch außerhalb der Unterrichtsstunden garantiere. Vom Jahresende 1821 an erfolgte die Einschreibung der künftigen Schüler bei Fischer.
Bereits am 07.Januar 1822 konnte OB Haw zusammen mit dem aus zwei Stadtratsmitgliedern bestehenden "Schulpräsidium" die neue Bürgerschule in einem Hintergebäude der Brauerei "Walfisch" in der Brotstraße (heute Bekleidungshaus Sinn) eröffnen. Fischer und 4 weitere Lehrer unterrichteten - gegen Bezahlung durch die eingehenden Schulgelder - ca. 25 Schüler in Sprachlehre (Deutsch und Französisch), Recht- und Schönschrift, Rechenkunst, Geographie, Geschichte, Naturgeschichte, Zeichnen, Religion und Bürgermoral.
Bei den öffentlichen Prüfungen der Absolventen durch Oberbürgermeister und Vetreter des Stadtrats hinterließ die Schule einen guten Eindruck. Mäzene unterstützten durch erhebliche Beträge das Unternehmens und ermöglichten die Aufnahme auch "unvermögender Knaben". Für die steigende Schülerzahl mußten neue Räume gesucht werden. 1824 erhielt die Schule zwei Räume im sogenannten neuen Gymnasialgebäude "auf dem Weberbach".
Mit dem Umzug dorthin erfolgte die Umwandlung in eine "Städtische Bürgerschule" , die unverständliche Entlassung Fischers und die Bestellung Nicolaus Nusbaums als Schulleiter. Nach erneutem Umzug am 1825 fand die Schule in den Gebäuden des ehemaligen Karmeliterklosters in der Böhmerstraße für fast 90 Jahre eine feste Bleibe (bis zum Umzug in die Sichelstraße 1914). 
Der Stadtrat erstrebte und erreichte schrittweise eine noch leistungsfähigere Schule. Lateinunterricht wurde eingeführt und dadurch der Übergang auf das Gymnasium ermöglicht. 1846 als "Höhere Bürgerschule" reorganisiert konnte sie im Herbst 1848 mit vier Abiturienten erstmals eine Reifeprüfung durchführen. Im Oktober 1859 wurde sie zur "Realschule 1.Ordnung" erhoben (deren Abschluß eine erweiterte Studierfähigkeit ermöglicht) und 1882/83 mit erneut verändertem Lehrplan (weniger Naturwissenschaften, mehr Latein) zum "Realgymnasium" befördert. 
Die städtische Schule ging dann aber 1893/94 mit der Bezeichnung "Königliches Realgymnasium mit Gymnasialklassen" an den Staat Preußen über und erhielt 1896 von Kaiser Wilhelm II. den Namen "Kgl. Kaiser-Wilhelms-Gymnasium" (mit Realgymnasium). Jetzt konnte die Schule sogar als zweites Trierer Gymnasium ein humanistisches Abitur abnehmen, was 1899 auch erstmals geschah. Das ältere Gymnasium in Trier erhält damals übrigens den Namen Friedrich-Wilhelms-Gymnasium. 
Mit über 300 Schülern in 9 Klassen und 13 Lehrern siedelte das humanistische KWG 1914 in das neue Schulgebäude in der Sichelstraße über.

 

Das kgl. Realgymnasium hingegen verblieb in der Böhmerstraße bis es 1929 (seit 1917 mit dem Namen Hindenburg-Gymnasium) seinen Neubau in der Hindenburgstraße bekam.
1919 mit den Weimarer Republik in "Kaiser-Wilhelm-Gymnasium" umbenannt, überstand die Schule die französische Besatzung (1923 bis 1930 als Lycée français), die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus (seit 1937 als "Kaiser-Wilhelm-Schule"), den zweiten Weltkrieg und die erneute französische Besatzung. 
Am 15. Mai 1948 wurde sie umbenannt in "Max-Planck-Gymnasium".

Bernd Raussen, ein langjähriger Lehrer des Max-Planck-Gymnasiums, legte zur 175-Jahr-Feier seiner Schule eine 220-seitige Jubiläumsschrift vor, die mehrere seiner schulgeschichtlichen Arbeiten zusammenfasst und die vom MPG im Eigendruck verlegt wird. Darin hat er faszinierende Details aus diesen 175 Jahren Geschichte einer Schule zusammengetragen, Facetten unserer Zeit- und Stadtgeschichte.

Am 10. Januar 2014 konnte das MPG sein hundertjähriges Bestehen in der Sichelstraße feiern. Im Laufe des Jahres beschäftigten sich viele Veranstaltungen mit diesem Thema bzw. planmäßige Veranstaltungen nahmen Bezug auf dieses Jubiläum.

Und weil die Zeit wie im Fluge vergeht, werden wir 2022 bereits das 200jährige Bestehen der Trierer Knabenschule begehen können.