Pascal Schmitz, 13H

Pascal Schmitz (Abiturient 13H), 18. 04. 2017
"Japan" bedeutet für die meisten Leute schrille Anime-Figuren, Sushi oder überfüllte U-Bahnen. Für uns, Sabrina Holzwarth, Beatrix Rößger, Pascal Schmitz sowie die beiden begleitenden Lehrpersonen Frau Brauer und Herr Greis, bedeutete Japan am Freitag den 31. März allerdings eine Reise nach Frankfurt zur Residenz des japanischen Generalkonsuls. Aus allen Einsendungen im Rahmen des Aufsatzwettbewerbs "Japan im Klassenzimmer" wurden die Autoren der 14 besten Texte nach Frankfurt eingeladen, um dort die Chance zu haben, eine Reise nach Japan zu gewinnen.

An einem Frühlingstag, der sonniger nicht hätte sein können, fuhren wir also in die Metropole am Main. Ein kurzer Blick auf die Skyline ließ sich erhaschen, bevor wir von der Autobahn abbogen und, nach einer Rast in Sachsenhausen, am Nobelring ankamen. Einige andere Schüler von Schulen aus ganz Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland warteten ebenfalls vor dem Gittertor, das den Eingang des Hauses von Herrn 武神山, Takeshi Kamiyama, markierte. Mit einer gewissen Ehrfurcht betraten wir das Anwesen, nachdem das Tor aufgemacht wurde, und wurden an der mit einem Chrysanthemensymbol versehenen Eingangstür freundlich begrüßt. Im Anschluss geleitete man uns durch einige Flure in das geräumige Wohnzimmer des Konsuls, in welchem bereits ein Podium und mehrere Stuhlreihen mit Namensschildern für die feierliche Zeremonie aufgebaut waren. So stieg auch bei uns langsam die Anspannung, auch wenn sich alle Teilnehmer im lauschigen Garten in legerer Stimmung kurz kennenlernen konnten. Für das körperliche Wohl wurde mittels kühler Getränke gesorgt, allerdings merkte man, dass trotzdessen eine Spannung in der Luft lag, die im Laufe der Zeit noch zunahm.

Als alle Anwesenden eingetroffen waren, begann das Programm, nachdem jeder sich auf seinem Platz eingefunden hatte. Es eröffnete der deutsche Vizepräsident der deutsch-japanischen Gesellschaft, Stefan Zeidenitz, durch eine kurze Ansprache und übergab Herrn Kamiyama, dem Konsul, das Wort. Dieser begrüßte uns noch einmal offiziell und erzählte ein wenig über die japanische Sprache sowie die japanische Geschichte, natürlich stilecht in Japanisch mit deutschem Simultanübersetzer, auch damit die hauptsächlich japanischen Sponsoren teilhaben konnten. Anschließend lag es an den Teilnehmern, sich der Reihe nach mit einer kurzen improvisierten Ansprache vorzustellen. Beim Abgang eines jeden merkte man ihnen an, dass ein großer Stein von ihrem Herzen fiel - denn diese Ansprache könnte die Entscheidung der Jury über die beiden Gewinner maßgeblich beeinflussen.

Während ebenjene Juroren sich zurückzogen, um auszuwählen, welche zwei Personen Sieger sein sollten, wurde den japanischen Sponsoren Zeit gegeben, sich vorzustellen. So hatten Japan Airlines, JAL, beispielsweise auch ihren Anteil an den Geschenktüten für alle Teilnehmer, und auch die Reiseleiterin stellte den Anwesenden das Programm für die Fahrt vor. So wird, dank der Bereitstellung des Japan-Railpasses, mit dem die Shinkansen-Linien nach Herzenslust genutzt werden dürfen, nach einem Besuch im westlich gelegenen Hiroshima auch Kyōto mit einem Abschluss in die umliegende Berglandschaft bereist. Den Abschluss der Reise bildet Tōkyō selbst. Nachdem alle Reden gehalten worden waren, war es an Herrn Zeidenitz, die beiden Gewinner zu verlesen.

War die Zeit davor schon mit jeder Sekunde langsamer verronnen, so wurde die Spannung nun in ungeahnte Höhen getrieben, denn bevor die Umschläge mit den beiden Namen geöffnet wurden, hielt Herr Kamiyama noch ein kurzes Seminar "Japanische Wanderbergdörfer für Anfänger", nachdem das Rätsel schlussendlich aufgelöst wurde. Von uns Dreien war es leider keiner ausgewählt geworden, wir freuten uns aber dennoch für die beiden Gewinner. Im Anschluss daran wurde noch einer der Gewinneraufsätze verlesen und kurz darauf das Buffet eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Veranstaltung offener und alle Anwesenden genossen die Abendsonne, das gute japanische Essen, manche auch Wein oder Sake sowie die Gespräche mit den japanischen Geschäftsmännern und -frauen.

Auch ein typisch japanisches Gruppenfoto mit den Teilnehmern und ihren Urkunden durfte nicht fehlen. Mit prallgefüllten Geschenktüten, vollem Magen und gesättigtem Wissensdurst wurde es für uns aufgrund der langen Rückfahrt allerdings schon etwas früher Zeit zum Fahren. Nach einer herzlichen Verabschiedung machten wir uns wieder auf den Weg nach Trier. Angesichts des wirklich schönen Besuchs und der nahezu einmaligen Erfahrung war nur wenig Platz für Enttäuschung.