Cornelia Pitz-Henle, 22.04.2016

China wird ein immer bedeutenderer Partner für Deutschland in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. Um uns ein besseres und möglichst neutrales Bild über China machen zu können, nahmen wir vier Schüler des MPG am Projekt „Chinabilder in Bewegung - Stereotype der Selbst- und Fremdwahrnehmung“ der Universität Trier teil.
Den Höhepunkt dieses Projektes stellte das Winterseminar an der europäischen Akademie in Otzenhausen am 23. und 24. Januar 2016 dar.
Zur Vorbereitung fanden im Vorfeld drei Seminare an der Universität Trier statt. Das Projekt startete am 9. Oktober 2015 mit einem ersten Kennenlernen. Interkulturelles Training und Vorträge zu deutschen und chinesischen Stereotypen von Prof. Dr. Christian Soffel und Prof. Dr. Yong Lang waren die Schwerpunkte des Seminars.
Das nächste Seminar fand am 27. November statt. Hier erhielten wir eine Einführung in die chinesische Landeskunde durch einen Vortrag von Dr. Jan Goldensten. Dieser Vortrag gab uns Einblicke in geographische und demographische Grunddaten sowie in die Topographie und Naturräume Chinas.
Am 11. Dezember fand das letzte Seminar an der Universität statt. Die Dozenten erklärten uns computerlinguistische Methoden. Wir lernten dabei, wie man Texte mit Hilfe von Computer-programmen beurteilen kann und ob diese Programme die untersuchten Texte pro oder contra China auswerten. Während der Arbeit stellten wir fest, dass das von uns benutzte Auswertungs-programm nicht fehlerfrei arbeitete. Es konnte weder Negationen noch Ironie erkennen. Die Computerlinguisten der Universität Trier versuchten, diese Probleme bis zum Winterseminar zu verbessern.

Seminar an der Universität Trier

Vom 23. bis 24. Januar 2016 fand dann das Winterseminar in Otzenhausen statt.
Dort hielt zunächst Dr. Dirk Schmidt von der Universität Trier einen Vortrag über die Wirtschaft und Politik Chinas. Anschließend arbeiteten wir in Kleingruppen und führten eine Medienanalyse durch, indem wir das Bild Chinas in Zeitungsartikeln untersuchten. Danach hörten wir einen weiteren Vortrag von Prof. Dr. Christian Soffel über die Beziehungen zwischen Europa und China im Wandel der Zeit. Der nächste Tag begann mit einem Vortrag von Prof. Dr. Ylva Monschein (LMU München) zum Thema Gesellschaft und Kultur mit Schwerpunkt auf der Verwendung von Stereotypen in Medien und Wissenschaft. Später führten wir weitere Analysen von Zeitungsartikeln mit Hilfe des überarbeiteten Programms durch. Das Programm arbeitete nun besser, das Problem der Ironie-Erkennung blieb jedoch weiterhin bestehen.
Zum Schluss hielt Simon Lang vom Forschungsinstitut Merics aus Berlin einen Vortrag über den typischen Lebensablauf eines chinesischen Jugendlichen der Mittel- bis Oberschicht.

Winterseminar in Otzenhausen

Bei der Abschlussveranstaltung am 08. April 2016 an der Universität Trier erhielten wir unsere Teilnehmerurkunden.

Felix Graf, Lorenz Ersfeld, Frau Pitz-Henle, Moritz Weber, Leon Kollarrczik


Es war ein sehr interessantes Projekt, bei dem wir viele neue Eindrücke über China gewonnen haben. Wir können das Projekt jedem empfehlen, der Interesse an internationalen, wirtschaftlichen und politischen Themen in Bezug auf China hat. Wer denkt, schon viel über China zu wissen, der wird erstaunt sein, wie komplex das Land tatsächlich ist. Auch die Arbeit mit den computerlinguis-tischen Methoden war eine spannende Erfahrung für uns. Zudem lernt man bei einem solchen Projekt das wissenschaftliche Arbeiten, was auch für ein späteres Studium von Vorteil ist.