Anja Fritsch, 21.7.2015

Zwei Nachmittage trafen sich Schüler und Schülerinnen vom Max-Planck-Gymnasium mit Flüchtlingsjungen vom Jugendhilfezentrum Don Bosco im MPG, um gemeinsam ein großes Wandbild im Schulgebäude zu gestalten. Elemente aus Musik, Bewegung und Malerei dienten als Grundlage zum Kennenlernen und der persönlichen Begegnung.

 

Obwohl die jungen Herren aus dem Jugendhilfezentrum Don Bosco erst ein paar Monate in Deutschland leben, sind ihre Sprachkenntnisse erstaunlich gut. „Mit Händen und Füßen“ brauchten wir uns nicht unterhalten, sagt die Lehrerin Anja Fritzsch, welche die Jugendlichen gemeinsam mit dem niederländischen Künstler Benoît Hermans mit Hilfe von Übungen aus dem Darstellenden Spiel und der Malerei anleitete.

„Die Warm-ups waren ein guter Einstieg, um sich miteinander vertraut zu machen“, sagt die Schülerin Evelin Dümmer. Dennoch, am ersten Tag waren deutliche Berührungsängste zu spüren. Obwohl beide Gruppen um das Ziel des Workshops wussten, hielten sie sich beide Gruppen zunächst deutlich zurück und mischten sich nicht. Am zweiten Tag jedoch brach das Eis. Es wurden Telefonnummern ausgetauscht, die Schüler vom MPG befragten die jugendlichen Flüchtlinge nach ihrem Schicksal und beide Gruppen sangen gemeinsam zu Musik während des Malprozesses. „Ich nehme mit, einfach offen zu sein, egal, was für ein Mensch mir begegnet“, resümiert die Schülerin Juliane Liell. Die Schülerin Esther Reichard berichtet, dass sie erkennen konnte, wie viel die Flüchtlingsjungen mitgemacht haben müssen und nun zufrieden seien, einmal hier zu sein. Egzon Halili freut sich, in der kommenden Woche den Unterricht des Darstellenden Spiel-Kurses von Anja Fritzsch besuchen zu dürfen, weil er neugierig ist, „was ihr da macht“.

Das gemeinsame Aufhängen der farblich gestalteten und einen individuellen Körperausdruck beschreibenden Silhouetten hat allen Spaß gemacht. Ein interessanter Meinungsaustausch in Bezug auf die ausgesuchten Posen schloss sich als Höhepunkt des Workshops an. Die Wand im 4. Stock des Neubaus im MPG ist ein lebendiges Zeugnis für gelebte Völkerverständigung in der letzten Woche.

Nächste Woche feiern die jugendlichen Flüchtlinge das Ende des Ramadans, welches mit dem Zuckerfest begangen wird. Alle deutschen Teilnehmer des Workshops sind eingeladen.