Die Schulgemeinschaften des Humboldt-Gymnasiums und des Max-Planck-Gymnasiums haben am 26. 10. 2020 gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen, gegen eine Relativierung der Schuld, gegen einen neuen Nationalismus und gegen Hass und Rassismus gesetzt: Vor dem ehemaligen Standort unserer Schule in der Böhmerstraße haben sie an 23 ehemalige Schüler erinnert, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors geworden sind: Denn von 1822 - 1914 teilten das HGT und MPG eine gemeinsame Schulgeschichte, in der die Schule viele verschiedene Namen hatte - zuletzt „Königliches Kaiser-Wilhelms-Gymnasium“ (mit Realgymnasium). Erst danach hat sich ihr Weg getrennt.

"Nach den Verbrechen des Nationalsozialismus ist aus Deutschland ein wirklich gutes Land geworden. Nie zuvor ist in Deutschland eine Generation von Jugendlichen aufgewachsen, die eine solch lange Friedensphase, so viele Freiheitsrechte, eine so gut funktionierende Demokratie und so viel Wohlstand erlebt hat", hieß es in dem Gedenkakt im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais, den Schülerinnen und Schüler beider Schulen gemeinsam gestaltet haben: "Das alles ist es wert, dass wir es entschieden verteidigen! Gerade weil zuletzt die Anfeindungen gegen die liberalen Demokratien stärker geworden sind und die Herausforderungen der Zukunft riesig erscheinen! Mit Intoleranz, mit Rassismus, mit Hass und mit Gewalt lässt sich keine Zukunft gestalten - wohl aber mit Wahrheit und Mitmenschlichkeit! Deshalb wollen wir das Gedenken an die Opfer unserer gemeinsamen Schul-Vergangenheit in der Böhmerstraße sichtbar machen."

Die Begrüßung zu diesem Gedenkakt, der unter strengen Hygiene-Auflagen nur vor einem kleinen Zuschauerkreis stattfinden konnte, sprach ADD-Präsident Thomas Linnertz. Die Gedenkansprache hielt Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte eine Video-Botschaft geschickt. (J. Kornmüller, 26. 10. 2020) Weitere Fotos finden Sie hier:

Schülersprecher Paul und Schülersprecherin Anna

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Oberbürgermeister W. Leibe hält die Gedenkansprache

MPG-Schulleiter Armin Huber

Am Verlegungsort verliest Schülersprecher Paul die Namen der Opfer

Pascal