Liebe Eltern,

das Schuljahr neigt sich seinem Ende entgegen und damit stehen auch die Zeugniskonferenzen an (am 8.6. für die 6. Klassen), die in diesem Jahr verständlicherweise die durch die Corona-Pandemie hervorgerufene Situation mit berücksichtigen. Wie Sie bereits aus der Presse und dem Internet vielleicht erfahren haben, werden alle Schüler*innen von der 6. bis einschließlich 10. Klasse versetzt. Diejenigen Schüler*innen, die aufgrund ihrer Noten aus dem ersten und aus dem ersten Teil des 2. Halbjahres (bei den 10. Klassen ab dem 4.5.) nicht versetzt werden, werden nach §71 (1) ÜSchO in die nächst höhere Klassenstufe versetzt.

In einigen Fällen ist eine Versetzung in besonderen Fällen (§71 (1)) nicht hilfreich und pädagogisch nicht sinnvoll, denn eine erfolgreiche Mitarbeit und ein erfolgreiches Lernen im kommenden Schuljahr mit den Defiziten und Lücken und dem fehlenden kontinuierlichen Unterricht sind in diesen Fällen nicht zu erwarten.

Aus diesem Grunde kann eine Schülerin oder ein Schüler, der aufgrund der Notenlage die Versetzungsbedingungen nicht erfüllt, das Schuljahr freiwillig wiederholen. Wenn Sie als Eltern den Eindruck haben, dass eine freiwillige Wiederholung in der jetzigen Situation der pädagogisch sinnvolle Weg ist, wenden Sie sich bitte an ihren Klassenleiter, an ihre Klassenleiterin, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wir werden Sie in der Beratung nicht alleine lassen. Auch der umgekehrte Weg wird eingeschlagen. Wenn die Klassenkonferenz der Meinung ist, dass ein freiwilliges Wiederholen der pädagogisch sinnvolle Weg ist, werden wir uns mit Ihnen in Verbindung setzen. Das pädagogische Wohl ihrer Kinder liegt uns am Herzen.

Für die 9. und 10. Klasse muss ich Sie auf Tücken der Versetzung nach §71 aus Fürsorgepflicht meinerseits hinweisen. Unter §71 (4) steht, dass die Berufsreife und der qualifizierte Sekundarabschluss 1 bei einer Versetzung in besonderen Fällen nicht erreicht werden können. Das heißt für einen Schüler der 9. Klasse: Die Berufsreife erhält er erst, wenn er in der 10. Klasse in die 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums versetzt wird. Scheitert er in der 10. Klasse, müsste er die Schule nach §72 (2) verlassen und hätte noch keine Berufsreife erreicht. Der gleiche Fall gilt, wenn die Versetzungsbedingungen in der 10. Klasse nicht erreicht werden. Bei einer Versetzung in besonderen Fällen von Klassenstufe 10 nach Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums wird der qualifizierte Sekundarabschluss 1 erst mit der Zulassung zur Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums erreicht. Scheitert der Schüler/die Schülerin in der 11. Jahrgangsstufe, muss er/sie nach §72 (2) das Gymnasium mit Berufsreife, aber ohne den qualifizierten Sekundarabschluss 1 verlassen.

In diesen Fällen  wird im Vorfeld eine intensive Beratung durch die Klassenleiter*innen und durch den Stufenleiter Herrn Kurzbach erfolgen. Gehen Sie auch von sich aus auf die Klassenleiter*innen zu.

Zum Schluss möchte ich ein großes Lob an alle Schüler*innen, die Präsenzunterricht haben und hatten, verteilen. Die Hygieneregeln und die Vorgaben werden in der Regel eingehalten. Die Oberstufenschüler*innen verhalten sich vorbildlich, die Schüler*innen der 5. und 6. Klassen haben die neue Situation gut angenommen.  Die Maskenpflicht im Schulgebäude und auf dem Schulhof wird bis zum Ende des Schuljahres eingehalten. Die Erfahrung zeigt: Wer eine Maske trägt, wird an den Abstand erinnert und hält ihn in der Regel ein.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern einen guten Ausklang dieses herausfordernden Schuljahres und melde mich wieder in der 25. Kalenderwoche, um Ihnen Informationen über die 2. Phase der Öffnung zu geben, in der die Oberstufenschüler*innen ins Homeoffice gehen und alle Schüler*innen der Sekundarstufe 1 schichtweise zum Unterricht kommen.

Über die Schulbuchrückgabe der Schulbuchausleihe werden Sie gesondert von Frau Geisen informiert.

Ihnen ein erholsames Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Armin Huber, OStD
Schulleiter