Liebe Schüler*innen, liebe Eltern,

eigentlich hätte am Samstag in St. Maximin und in der Mehrzweckhalle die Abiturfeier stattfinden sollen. Aus den bekannten Gründen mussten alle Feierlichkeiten zurecht abgesagt werden. Unsere Schulgemeinschaft ist aber froh, dass wir das mündliche Abitur trotz der widrigen Bedingungen erfolgreich durchgeführt haben. Alle 103 Abiturient*innen haben ihr Abitur erfolgreich bestanden. Das ist eine sehr gute Nachricht in einer Zeit der Einschränkungen und des Verzichts. Mein und unser herzlicher Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss an unsere Abiturient*innen.  Am Freitag, dem 24. April, will die Schulleitung die Abiturzeugnisse in kleineren Gruppen in der angebrachten Form und Würde überreichen. Ob das in der geplanten Form möglich ist, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest.

So wie unsere Abiturient*innen auf ihre Abiturfeier und auf ihre schulischen Aktionen (z. B. Abistreich) verzichten mussten, so müssen wir aufgrund der Corona-Pandemie auf die diesjährige Aktions- und Klassenfahrtswoche verzichten. Ich habe die diesjährige Fahrtenwoche im Benehmen mit dem örtlichen Personalrat und dem Schulelternbeirat ersatzlos abgesagt. Diese Entscheidung fiel mir vor allem für die Schüler*innen schwer, die eine Abschlussfahrt oder Studienfahrt mit ihren Lehrkräften geplant haben. Ich habe die verantwortlichen Lehrkräfte über die Absage am Montag, 23. März, informiert mit der Bitte, die Stornierungskosten so gering wie möglich zu halten. Wenn nach abgeschlossenen Verträgen zu recht geringfügige Stornierungskosten anfallen, müssen sie solidarisch auf die einzelnen Schüler*innen verteilt werden.  Die allgemeine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt zurzeit bis zum 30.4.2020 und schließt noch nicht unseren Klassenfahrtstermin mit ein. Auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)  hatte Ende dieser Woche die Schulleiter*innen aufgefordert, auf alle Klassenfahrten und Austauschbegegnungen in diesem Schuljahr zu verzichten. In berechtigten Fällen hat das Land Rheinland-Pfalz zugesagt, anfallende Stornierungskosten im Nachhinein zu übernehmen. Auch das zweiwöchige Schulpraktikum der 9. Klasse wird in diesem Schuljahr nicht stattfinden. Herr Kurzbach wird die 9. Klassen informieren, wie sie weiter vorzugehen haben. Die Gründe für diesen Verzicht sind vielfältig. Zum einen brauchen wir diese Woche dringend, um ausgefallene Kursarbeiten und Klassenarbeiten neu zu terminieren und im Unterricht konsequent voranzuschreiten. Die oberste Priorität im letzten Quartal dieses Schuljahres hat der Unterricht im Schulgebäude. Zum zweiten wird die Corona-Pandemie noch lange andauern und uns weiter beschäftigen, so dass die Reisemobilität weiter eingeschränkt bleiben muss, um die Ausbreitung dieses Virus zu verhindern bzw. zu verlangsamen. Verzicht und Einschränkungen und die Einsicht in diese Maßnahmen müssen in dieser Zeit unser oberstes Gebot sein. Aus Rücksicht auf unsere älteren Mitmenschen und alle Menschen, die durch das Corona-Virus lebensgefährlich gefährdet sind.

Ob wir nach den Osterferien und den zwei beweglichen Ferientagen wieder mit dem regulären Unterricht am 22.4.2020 beginnen werden, steht heute nicht fest. Nach der abrupten Schulschließung vor zwei Wochen hat sich das Kollegium des MPG sehr gut aufgestellt, die Klassen und Kurse digital mit Unterrichtsmaterialien zu versorgen und den Schüler*innen ein Feedback über ihre Heimarbeit zu geben. Wie ich aus zahlreichen telefonischen Gesprächen und E-Mails erfahren habe, sind die meisten Eltern, Schüler*innen und unsere Kolleg’innen mit der digitalen Arbeit über das klasseninterne Padlet, den Schulmanager oder weiteren digitalen Kommunikationswegen zufrieden. Nach Rücksprache mit mehreren Kolleg*innen und Hinweisen aus der Elternschaft habe ich angeregt, die Arbeitsaufträge kleinschrittiger und an den Stundenplan angepasst zu erstellen, mit dem Ziel, den Tagesablauf zu strukturieren und die Verbindlichkeit zu erhöhen, besonders bei den Familien, bei denen die Kinder alleine zu Hause sind.  Es werden aber auch weiter Wochenpläne in einzelnen Fächern erstellt. Die ausgewogene Kombination aus Kleinschrittigkeit und Selbstorganisation wird helfen, diese große Herausforderung für alle Beteiligten in positive Energie umzuwandeln. Die Klassenlehrer*innen werden auf die Ausgewogenheit in ihren Klassen achten. Außerdem starten einige Kolleg*innen Versuche, mit ihren Klassen und Kursen über Live-Stream  Unterricht zu gestalten. Diese Krise eröffnet Chancen, Neues auszuprobieren und neue Kommunikationswege zu testen. Es wird insgesamt gut und effizient gearbeitet, so dass der reguläre Unterricht nach den Osterferien an dem anknüpfen kann, was jetzt digital zu Hause gearbeitet und geleistet wird.

Es hat sich in der Krisenzeit ausgezahlt, dass das Kollegium des MPG vor zwei Jahren begonnen hat, sich intensiv in Arbeitsgruppen mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Die Einführung der Eltern- und Schüler*innen Kommunikation über den Schulmanager-online, die Einführung einer Tablet-Klasse und die Verabschiedung des Medienkonzeptes helfen uns jetzt, die anstehenden Aufgaben zielgerichtet zu meistern und zu optimieren.

Weiter möchte ich Ihnen mitteilen, dass unsere Schulpsychologin Frau Winkler während der Schulschließung telefonisch zu sprechen ist. Wenn Gesprächsbedarf besteht oder bestehende Gespräche weiter geführt werden sollen, wenden Sie sich bitte per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) an Frau Winkler, um mit ihr einen Termin für ein Telefongespräch  zu vereinbaren.

Ich wünsche Ihnen allen in den kommenden Wochen gute Nerven, die nötige Gelassenheit und die Kraft, diese Herausforderung und Prüfung anzunehmen und zu meistern. Bleiben Sie gesund.

Mit den besten Grüßen

Armin Huber, OStD
Schulleiter