Michael Kurzbach, 24. 09. 2019

Liebe Schülerinnen und Schüler,

auf den folgenden Seiten findet Ihr Hilfestellungen zum bevorstehenden Praktikum. Bitte sorgfältig durchlesen und beherzigen:

Ratschläge zum Betriebspraktikum

Ein Betrieb kann nur reibungslos und erfolgreich mit festen Regeln und exakter Aufgabenverteilung funktionieren. Neue Mitglieder sollten sich darin eingliedern. Dies gilt natürlich auch für Dich als Praktikantin und Praktikant aus der Schule und hilft Dir, Dich zurechtzufinden und akzeptiert zu werden.

Um auf die ungewohnte Situation „Betrieb“ besser vorbereitet zu sein, solltest Du die folgenden Ratschläge befolgen:

  1. Das Praktikum ist eine Schulveranstaltung. Du wirst also – auch für die Zeit des Praktikums – keine Arbeitnehmerin oder kein Arbeitnehmer, sondern bleibst Schülerin oder Schüler. Du bist über die Schule unfallversichert und für die Zeit des Praktikums zusätzlich haftpflichtversichert.

 

  1. Das Schüler-Betriebspraktikum ist eine gesellschaftspolitisch erwünschte, aber freiwillige, unentgeltliche Leistung der Betriebe, Du bist Gast im Betrieb. Also wird Höflichkeit, Ordnung und Ehrlichkeit von Dir erwartet.

 

  1. Ein pünktlicher Arbeitsbeginn und ebenso pünktliche Pausenenden sind im Betrieb ein Muss. Pausen sind übrigens Erholungszeit.

 

  1. Informiere Dich frühzeitig über die preiswerteste Fahrmöglichkeit zu Deinem Betrieb.

 

  1. Bei Krankheit informiere bitte noch vor Arbeitsbeginn den Betrieb und das Sekretariat der Schule. Ab dem dritten Krankheitstag ist eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, ansonsten reicht eine von den Erziehungsberechtigten unterschriebene Information.

 

  1. Wichtig sind je nach Betriebsart die Vorschriften der Unfallverhütung. Lasse Dich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einweisen und beachte die Sicherheitsbestimmungen. Bediene keine Maschine, wenn es Dir nicht ausdrücklich erlaubt worden ist. Sollte trotz aller Vorsicht ein Haftpflichtschaden eintreten, oder solltest Du einen Unfall haben, informiere so schnell wie möglich die Schule oder Deine Betreuungslehrerin bzw. Deinen Betreuungslehrer.

 

  1. Jede Arbeit verlangt eine entsprechende Kleidung. Informiere Dich vor Beginn des Praktikums, welche Kleidung erwartet oder vorgeschrieben ist.

 

  1. Auch als Praktikantin bzw. Praktikant bist du Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter des Betriebes. In jedem Betrieb müssen die Regeln des Datenschutzes beachtet werden, und es gibt Dinge, die nicht nach außen getragen werden dürfen. Das gilt auch für Dich. Informiere Dich über die Datenschutzverordnungen Deines Betriebes und halte sie ein.

 

  1. Du wirst erleben, dass – wie die Schule auch – ein Betrieb auf die gute Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen und ihr Einsatz in den betrieblichen Ablauf eingebunden ist. Führe vom ersten Tag an im Betrieb alle Aufgaben so gut wie möglich aus. Sollte etwas unklar sein, frage immer gleich bei den Kolleginnen und Kollegen nach. Biete auch von Dir Mithilfe an. Damit signalisierst Du Interesse. Bitte auch um Einblick in andere betriebliche Bereiche.

 

  1. Nutze die Chance und die Tage, möglichst viel über den Betrieb, die verschiedenen Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu erfahren. Vergiss nicht, Dich am Ende des Praktikums bei den Kolleginnen und Kollegen sowie den Betreuerinnen und Betreuern zu bedanken.

  2. Sage Dank an die wichtigsten Beteiligten Deiner Praktikumsfirma.

 

Praktikumsmappe

 Anregungen zur inhaltlichen Gestaltung des Praktikumsberichtes

  • Gestaltung eines Deckblattes
  • persönliche Daten für das Praktikum (Name, Adresse, schulische Daten, Angabe der notwendigen Betriebsdaten, eigene Arbeitszeiten, Angaben der Pausen, Praktikumsbetreuer im Betrieb, betreuender Lehrer oder Lehrerin
  • Inhaltsverzeichnis mit Seitenangabe erstellen
  • eigene Fotos Zeichnungen Deines Arbeitsplatzes oder ein Grundriss des Betriebsgeländes können Deinen Bericht sinnvoll illustrieren
  • Lebenslauf und Bewerbungsschreiben gehören in das Berichtsheft (auch wenn diese bei der Suche und Bestätigung der Praktikumsstelle nicht benötigt wurden)
  • Praktikumsbescheinigung in Kopie als letzte Seite im Berichtsheft einfügen

 

  1. Erwartungen an das Praktikum

 Je näher das Praktikum rückt, desto mehr befassen sich die Gedanken damit. Ein neues Umfeld und ein vollkommen anderer Tagesablauf kommen auf Dich zu. Sicher beschäftigt Dich auch die Frage: “Werde ich alles richtig machen?“

 

  1. Notiere, was Du von Deinem Praktikum erwartest.

Beim Zusammenfassen Deiner Gedanken und Vorstellungen zum Praktikum können Dir folgende begonnene Sätze, die Du vervollständigen kannst, helfen:

  • Ich freue mich auf das Praktikum, weil ...
  • Ich fürchte, das Praktikum wird schwer für mich, weil ...
  • Am meisten interessiert mich ...
  • Ich bin sehr gespannt auf ...
  • Etwas Sorge bereitet mir ...
  • Schade ist, dass ...
  • Hoffentlich ...
  • Ich möchte auf jeden Fall ...

Bei der Wahl meines künftigen Berufes befinde ich mich in folgender Situation:

  • Ich habe überhaupt noch keine Berufsvorstellung.
  • Mein Berufswunsch ist ..., ich weiß aber nicht, wie ich dieses Berufsziel erreichen kann.
  • Ich schwanke zwischen ... und ...
  • Ich kann mich nicht entscheiden.
  • Ich möchte weiter zur Schule gehen. Ziel ist ...

 Auf welche Weise hast Du Dich für Deine Praktikumsstelle beworben, und warum – vermutest Du – bist Du angenommen worden?

 Was weißt Du bereits über „Deinen“ Betrieb?

 Was möchtest Du im Praktikum darüber hinaus über den Betrieb erfahren?

 Was möchtest Du im Hinblick auf Deine beruflichen Zukunftsvorstellungen über Dich selbst – Deine Fähigkeiten, Deine Eignung, Deine Stärken und Schwächen – erfahren?

 

  1. Betriebserkundung, Daten und Fakten zum Betrieb

Die folgenden Fragen können als Anhaltspunkte für eine Betriebserkundung dienen:

  • Branche bzw. Geschäftszweig
  • Seit wann besteht der Betrieb? Größe des Betriebes (Anzahl der Abteilungen, Mitarbeiter, Auszubildenden; Anzahl und Sitz von Tochtergesellschaften); welche Abteilungen hat der Betrieb?
  • Welche Organisationsstruktur hat der Betrieb?
  • Welche Produkte werden hergestellt, welche Dienstleistungen werden angeboten?
  • Mit welchen Firmen arbeitet der Betrieb zusammen (z.B. im Vertrieb oder im Einkauf)?
  • Welche Rohstoffe und Ersatzteile werden bezogen und verarbeitet?
  • Beschreibe die regionale Lage des Betriebes (Stadtrand, Industriegebiet, Verkehrsanbindung).
  • Beurteile die wirtschaftliche Bedeutung des Betriebes für Deinen Wohnort/Region.
  • Welche Einrichtungen der betrieblichen Mitbestimmung gibt es? Wie arbeiten sie?
  • Welche Regelungen bestehen hinsichtlich der Arbeitszeit (Gleitzeit, Urlaubsregelungen)?
  • Welche sozialen Leistungen bietet der Betrieb an?
  • Welche Berufe werden in Deinem Praktikumsbetrieb ausgebildet?
  • Welche Ziele verfolgt das Unternehmen? Welches Selbstverständnis hat der Betrieb (Betriebsphilosophie)?
  • Hat Dein Betrieb eine eigene Homepage? Beschreibe kurz den Internetauftritt Deines Betriebes.

 

  1. Der Tag im Betrieb

Fasse einen ausführlichen Tagesbericht sowohl aus der ersten Praktikumswoche als auch der zweiten ab. Aus dem Tagesbericht sollten hervorgehen:

  • der zeitliche Ablauf
  • die Art der Tätigkeit
  • die verschiedenen ausgeübten Arbeiten
  • die benutzten Arbeitsmittel (Werkzeuge und Geräte)
  • der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Kollegen.

 

Ähnlich einem Tagebuchtext sollen auch Deine persönlichen Eindrücke und Gedanken zu den einzelnen Tagen und Tätigkeiten geschildert werden.

 

  1. Mein Arbeitsplatz

Dokumentiere Deinen Arbeitsplatz während des Praktikums und die Tätigkeit, die Du hauptsächlich ausgeführt hast. Fotos oder Zeichnungen können Deinen Bericht auflockern oder gestalten helfen. Frage allerdings erst im Betrieb, ob und wann Du fotografieren darfst.

  • Welche Tätigkeiten erfordert der ausgeübte Beruf?
  • Welche körperlichen Anforderungen werden verlangt, und wofür werden sie eingesetzt?
  • Welche geistigen Anforderungen verlangt dieser Arbeitsplatz?
  • Wie ist die soziale Einbindung der Mitarbeiterin bzw. des Mitarbeiters an diesem Arbeitsplatz zu beurteilen?
  • Welche sozialen Anforderungen stellt dieser Arbeitsplatz an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
  • Wie sind die klimatischen und hygienischen Bedingungen am Arbeitsplatz?
  • Wie beurteilst Du zusammenfassend die Arbeit (anspruchsvoll, theoretisch, interessant, körperlich anstrengend, abwechslungsreich, stressig, leicht zu bewältigen, kollegial, anspruchslos, praktisch, uninteressant, körperlich leicht, eintönig, langweilig, schwer zu bewältigen, individuell)?

 

  1. Berufsfelder im Betrieb

Befasse Dich mit den Berufen der Kolleginnen und Kollegen, und befrage sie über ihren beruflichen Werdegang bis zum heutigen Status. Wichtig dabei sind die Berufsbezeichnung, die schulische Ausbildung, ggf. Studium, die berufliche Ausbildung, eventuelle Weiterbildungsmaßnahmen auf Eigeninitiative oder durch den Betrieb sowie die Aufstiegsmöglichkeiten in diesem Betrieb oder bei anderen Betrieben.

Welche Zukunftsaussichten hat der Beruf aus der Sicht der von Dir befragten Mitarbeiter?

 

  1. Wahlthema

Als Wahlthema sollst Du einen Aspekt Deines Praktikums bearbeiten, der Dich besonders interessiert hat und über den Du gerne schreiben möchtest.

Nachfolgend sind einige Themenbeispiele aufgeführt:

  • Beschreibung der Herstellung eines selbst angefertigten Werkstücks
  • Beschreibung eines Spiels im Kindergarten
  • Der Produktionsprozess: Beschreibung und Herstellung eines Produktes
  • Die elektronische Datenverarbeitung
  1. a) Welche elektronischen Geräte werden in dem Betrieb eingesetzt?
    b)   Zu welchem Zweck werden sie genutzt? Welche Software wird eingesetzt?
    c)   Welche neuen Erfahrungen hast Du selbst im Praktikum mit Computern gemacht?
  • Formen und Einrichtungen der betrieblichen Mitbestimmung und ihre Arbeitsweise

 

  1. Nach dem Praktikum

Nach Beendigung des Praktikums solltest Du einen kritischen Blick zurück werfen und Deine persönlichen Erfahrungen zusammenfassen.

  • Welchen Beruf konntest Du während der zwei Wochen kennen lernen?
  • Konntest Du einen guten Einblick in diesen Beruf gewinnen? Begründung.
  • Welche Fertigkeiten und Kenntnisse konntest Du erwerben?
  • Worüber hättest Du gerne mehr erfahren?
  • Wurdest Du im Betrieb sinnvoll beschäftigt? Begründung.
  • Würdest Du nun diesen Beruf in Deine engere Berufswahl einbeziehen? Begründung.
  • Bist Du mit dem Ablauf Deines Praktikums zufrieden? Begründung.
  • Wurden Deine Erwartungen an Dein Praktikum erfüllt? Begründung.
  • War es schwer, Dich von der Schule auf den Betrieb umzustellen? Begründung.
  • Wurde in der Vorbereitung an der Schule alles Wichtige für das Praktikum besprochen? Begründung.
  • War die Betreuung durch die Schule wichtig und hilfreich für Dich? Begründung.
  • Welche Lücken in Deinem Schulwissen hast Du erkannt?
  • War das Praktikum nützlich für Dich? Begründung.

 

Literatur: Betriebspraktikum, Verlag Langenkämper 2004, 59009 Hamm
Schülerarbeitsheft Betriebspraktikum, Deutscher Sparkassen Verlag, Stuttgart

 

Angaben zum Inhaltsverzeichnis der Praktikumsmappe

 

A       Titelblatt

Gestaltung eines Titelblattes mit Angabe von Name, Vorname, Schule, Betrieb.

Auf einem zweiten Blatt werden weitere Angaben zur Person, Schule und dem Praktikumsbetrieb gemacht.

 

B       Inhaltsverzeichnis (mit Seitenangaben)

Teil 1

Bewerbungsschreiben

Lebenslauf mit Passfoto (Kopie des Fotos)

(Ein Bewerbungsschreiben sowie der mit Unterschrift versehene Lebenslauf gehören in die Praktikumsmappe, auch dann, wenn diese vom Betrieb nicht benötigt wurden.)

 

Teil 2

  • Erwartungen an das Praktikum
  • Betriebserkundung, Daten und Fakten zum Betrieb
  • Der Tag im Betrieb
  • Mein Arbeitsplatz
  • Berufsfelder im Betrieb
  • Wahlthema
  • Nach dem Praktikum

 

Teil 3

Praktikumsbescheinigung in Kopie (diese wird vom Betrieb ausgestellt)

Die Praktikumsmappe sollte etwa 10 bis 12 Seiten beinhalten; Kopf- und Fußzeilen sowie Seitenangaben sollten nicht fehlen. Die Arbeit kann mit Fotos oder Skizzen ergänzt werden.

 

Abgabetermin der Praktikumsmappe

  • im Klemmhefter (Blätter nicht in Klarsichtfolien legen, auf Vollständigkeit der Mappe achten: Lebenslauf, Bewerbungsschreiben, Praktikumsbescheinigung vom Betrieb)
  • am Montag, dem 08. Juni 2020, im Raum 108a

(Klassenweise und alphabetisch über die Klassensprecherinnen und Klassensprecher)