Liebe Eltern,

am Freitag, dem 12 .4. 2019, findet wieder ab 10:00 Uhr eine Demonstration in Trier für Schülerinnen und Schüler und Interessierte für mehr Klimaschutz und Maßnahmen gegen den Klimawandel statt. Die Bewegung findet weltweit Aufmerksamkeit und wird medial intensiv begleitet.

Das Anliegen der Fridays for Future-Bewegung ist sehr ernst und berechtigt. Klimaschutz und Maßnahmen gegen den Klimawandel sind wichtige Zukunftsaufgaben. Die gesetzten Klimaziele der Bundesregierung werden 2020 nicht erreicht. Aus dem Grund ist es wichtig, auf die Einhaltung der Klimaziele hinzuweisen.

Für die Schule ist der Zeitpunkt problematisch, denn es besteht Schulpflicht. Die Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, den Unterricht und die sonstigen für verbindlich erklärten Schulveranstaltungen zu besuchen. Die Aktion Fridays for Future ist erkennbar keine schulische Veranstaltung. Insofern müssen die Schülerinnen und Schüler den Unterricht besuchen. Zwar sind Beurlaubungen seitens der Eltern vom Unterricht grundsätzlich aus wichtigem Grund möglich (z. B. bei einem Trauerfall in der Familie), nicht jedoch für die Teilnahme an einer Demonstration. Aus diesem Grund werden wir auch keine Beurlaubungen zur Teilnahme an einer Demonstration von den Eltern akzeptieren.

Des Weiteren haben wir gegenüber unseren Schülern der Unter- und Mittelstufe eine Aufsichtspflicht. Die Eltern erwarten von uns zurecht, dass ihre Kinder von 7:30 Uhr bis 13:00 Uhr in der Regelzeit in der Schule lernen und beaufsichtigt werden. Auch unsere Hausordnung sanktioniert das unerlaubte Verlassen des Schulgeländes. Auch können die Eltern die Lehrkräfte nicht von der Aufsichtspflicht entbinden, da Schulpflicht besteht.

Auch genehmige ich keine Unterrichtsgänge zur Demonstration, weil zum einen die Lehrkraft gegen ihre Neutralitätspflicht verstößt, zum anderen die Aufsicht für eine Gruppe nicht gewährleistet werden kann. Auch lehne ich eine Instrumentalisierung von Klassen und Kursen strikt ab.

Das sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die unseren Gestaltungsspielraum klar bestimmen und definieren.

Was passiert, wenn Schülerinnen und Schüler unerlaubt am Freitag das Schulgelände verlassen?

Bei Schülerinnen und Schülern der Unter- und Mittelstufe werden die Eltern unverzüglich telefonisch informiert, dass ihr Kind unerlaubt das Schulgelände verlassen hat. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten unentschuldigte Fehlstunden auf dem Jahreszeugnis. Es werden in der Regel keine schulischen Ordnungsmaßnahmen ausgesprochen oder keine erzieherischen Einwirkungen vorgenommen. Ich habe auf der Gesamtkonferenz dem Kollegium empfohlen, pädagogisch und verantwortungsbewusst mit dem unentschuldigten Fehlen am Freitag umzugehen und dieses nicht als Leistungsverweigerung zu werten.

Des Weiteren habe ich das Kollegium gebeten, Klimawandel und Klimaschutz in den Unterricht zu integrieren und in der Erziehung unserer Schülerinnen und Schüler zu verankern. Nachhaltigkeit müssen wir als schulische Entwicklungsaufgabe ansehen. Aber auch der Schulträger ist mehr denn je gefragt: Die energetische Sanierung der maroden Fenster, die Isolierung des 4. Stockwerks und die Sanierung der veralteten Heizungsanlagen müssen dringend und zeitnah realisiert werden, damit Anstrengungen des Klimaschutzes vor Ort überhaupt glaubwürdig bleiben. Die Elektromobilität könnte durch den Schulträger durch Aufladestationen in der Tiefgarage gefördert werden.

Und da sind wir wieder beim Beginn meines Schreibens. Ich unterstütze inhaltlich den Klimaschutz und geeignete Maßnahmen gegen den Klimawandel, mir und dem Kollegium sind aber beamtenrechtliche Rahmenbedingungen gesetzt, die wir zu respektieren und anzuwenden haben.

Mit freundlichen Grüßen

Armin Huber, OStD
Schulleiter