Das Gerücht von Paul A. Weber

Von dem Künstler Paul A. Weber stammt ein Bild, das gut zur Einstimmung in das Thema Gerüchte geeignet ist.

Auf dem Bild fällt einem zuerst ein schlangenartiges Wesen ins Auge. Es schwebt an einem Hochhaus vorbei, indem viele Gestalten auf das Wesen schauen und sich dabei zu ihm hin strecken. Manche von ihnen schweben schon auf das Wesen zu.

Es fällt auf, dass die Nase sehr lang und spitz gezogen ist. Dies steht dafür, dass es seine Nase überall hineinsteckt und lügt. Die großen Ohren, die oben spitz zulaufen, stehen dafür, dass es immer aufmerksam zuhört und die Ohren spitzt. Ebenfalls auffallend ist die spitze Zunge und das große Mundwerk, welche die große Klappe darstellt. Alle Menschen, die das Gerücht aufnehmen und weitergeben, schließen sich der Schlange an. So bekommt das Wesen mehrere Augen und sieht dadurch noch mehr. Schnell wächst das Gerücht.

Dabei gilt: Schlechte Nachrichten verbreiten sich schneller und besser, da sie aufregender und pikanter sind. Die betroffene Person muss aber beim Publikum bekannt sein, damit die Leute sich dafür interessieren. Die Schadenfreude ist auch ein wichtiger Punkt des Interesses, weil das Publikum sich daran erfreut.

Schlimm ist es aber für den Betroffenen, weil man sich kaum wehren kann. Wenn man als Betroffener unschuldig ist, will man es abstreiten. Doch dann gerät man noch stärker in die Bredouille, in Erklärungsnot und es wird noch schlimmer. Dadurch fühlt sich die Person schlecht, eingeengt, ausgegrenzt und sie bekommt psychische Schäden. 

Wir befassen uns in den folgenden Untersuchungen nicht mit diesen Schäden, sondern mit den Mechanismen der Ausbreitung, soweit sie durch mathematische Modelle beschrieben werden können.

Zunächst allerdings noch etwas zur Theorie der Gerüchte.

Bildnachweis:

http://www.weber-museum.de/werk/geskrt/